Redner(in): Stephan Steinlein
Datum: 04.05.2016

Untertitel: Grußwort von Staatssekretär Steinlein zur Abschlussveranstaltung des Projekts "Iran-Horizonte: Chancen für die Zukunft"
Anrede: sehr geehrter Herr Abgeordneter Nouripour,sehr geehrter Herr Ebert,sehr geehrter Herr Dr. Treier,sehr geehrter Herr Dr. Mair,liebe Gäste,
Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Reden/2016/160504_StS_Steinlein_Iran.html


Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Iran-Horizonte" Programms,

ich freue mich sehr, Sie heute zur Abschlussveranstaltung von "Iran-Horizonte" hier im Auswärtigen Amt zu begrüßen. Im vergangenen Jahr haben wir mit der Wiener Nuklearvereinbarung ein neues Kapitel in unseren Beziehungen mit Iran aufgeschlagen. Die Vereinbarung wurde zu Recht als historischer Sieg der Diplomatie bezeichnet. Wir alle gemeinsam haben damit bewiesen, dass Diplomatie, dass internationale Verhandlungen auch langjährige Konflikte beilegen können. Nach dieser bahnbrechenden Einigung haben wir entschieden, unsere bilateralen Beziehungen in allen Bereichen wieder auszubauen. Wir setzen dabei auf intensiven Dialog und Kooperation, auch wenn es eine ganze Reihe von Dingen gibt, über die wir weiterhin unterschiedlicher Auffassung sind. Außenminister Steinmeier hat inzwischen zweimal Teheran besucht. Zahlreiche iranische Regierungsvertreter waren in den letzten Monaten in Berlin. Wir wollen aber auch und vor allem mehr Dialog, Austausch und Zusammenarbeit zwischen den Menschen unser beider Länder erreichen. Und deshalb stehen Sie heute im Mittelpunkt: Vertreter der jungen Generation zukünftiger Fach- und Führungskräfte im Iran. Mit Ihren Hospitationen in Deutschland lernen Sie nicht nur unser Land, unsere Gesellschaft und Menschen kennen. Sie erfahren ganz persönlich und aus erster Hand, was Unternehmensphilosophie in Deutschland bedeutet, wie Planungsprozesse ablaufen und Entscheidungen getroffen werden. Damit lernen Sie auch Deutschland insgesamt besser zu verstehen. Sie tragen den Dialog von der politischen Ebene in den wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Bereich und zeigen, welch außerordentliches Potenzial darin steckt!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die kultur- und bildungspolitische Zusammenarbeit war auch in den vergangenen schwierigen Zeiten eine tragende Säule der deutsch-iranischen Beziehungen. Mein besonderer Dank gilt hier dem Goethe-Institut, das insbesondere in der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache beeindruckende Arbeit geleistet hat. Als Deutsches Sprachinstitut in Teheran hat es die drittgrößte Zahl an Sprachkursteilnehmern weltweit und ist Ihnen, liebe Hospitantinnen und Hospitanten sehr gut bekannt. Wir hoffen sehr, dass wir bald wieder ein Goethe-Institut in Teheran eröffnen können, das - neben Spracharbeit - vor allem auch wieder in der Kulturarbeit aktiv sein kann. Dafür arbeiten wir intensiv an einem deutsch-iranischen Kulturabkommen. Kultur- und Bildungspolitik eröffnet uns Räume, die gegenseitiges Verständnis fördern.

Nur die unmittelbare persönliche Begegnung und wechselseitige kulturelle Einblicke schaffen eine nachhaltige Basis für gegenseitiges Verständnis und Vertrauen für eine künftige engere Zusammenarbeit. In diesem Kontext kommt dem Programm "Iran Horizonte" eine zentrale und wegweisende Bedeutung zu. Die Kombination von Sprachkurs und Hospitation in einem deutschen Unternehmen bietet die Chance, nachhaltige und persönliche Bande zu knüpfen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

für die Unternehmen in Deutschland und in Iran eröffnen sich nach dem Wegfall der Sanktionen große Möglichkeiten. Deutschland war in der Vergangenheit Irans wichtigster Handelspartner in der EU. Das wollen wir auch in Zukunft wieder sein.

Wie groß das Interesse der deutschen Wirtschaft an Iran ist, zeigen nicht zuletzt die vielen Delegationsreisen in den vergangenen Monaten. Dabei sind nicht nur die großen DAX-Unternehmen in Iran engagiert. Auch der deutsche Mittelstand ist vertreten.

Was Iran für deutsche Unternehmen so attraktiv macht, sehen wir geradezu beispielhaft verkörpert im "Iran-Horizonte" -Programm. Es ist die junge, gutausgebildete und polyglotte iranische Bevölkerung, die ihre Chancen nutzen will.

Liebe Kursteilnehmer,

ich hoffe, dass Sie in den letzten acht Wochen viele Kontakte in den Unternehmen knüpfen konnten und zugleich Ihre schon guten Sprachkenntnisse verbessern konnten.

Heute möchte ich Ihnen die Teilnahmezertifikate überreichen. Wir hoffen, dass Sie in Ihrem weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang Deutschland verbunden bleiben.

An dieser Stelle möchte ich auch unseren Projektpartnern sehr herzlich danken: dem Goethe-Institut, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem BDI sowie allen teilnehmenden Unternehmen, die das Projekt erst möglich gemacht haben und den Hospitanten einen wertvollen Einblick in ihre Arbeit geben. Herzlichen Dank an Sie alle und wir freuen uns auf eine Fortsetzung des Projekts im Herbst!